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Orden der Predigerbrüder |
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(Home) (Geschichte der Dominikaner) (Spiritualität) Thomas Eggensperger OP / Ulrich Engel OP Gemeinschaft im Dialog Der Dominikanerorden weltweit
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Wenn wir den Dingen auf den Grund gehen, mit unseren Sinnen an ihr wahres Wesen rühren, stellen wir fest, dass Gottes schöpferisches Werk ein unerforschliches Geheimnis bleibt (...). Wirklich etwas zu wissen, bedeutet, dass wir kopfüber in ein Staunen gestürzt werden, das weit über bloße Neugier hinausgeht.
Dialog an den Grenzen ...
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Seit alters her führen die Dominikaner die Veritas als Motto in
ihrem Wappen. Entsprechend bestimmt seit nunmehr fast 800 Jahren die Frage
nach der universalen Wahrheit die Studien der Predigerbrüder. Neben Gott, der summa
et prima veritas, kannte Thomas von Aquin auch die multae verititates
(vgl. STh I 16,1c; I 16,5c). Das heißt: das Verhältnis zwischen der einen Wahrheit und
den vielen Wahrheiten ist nicht erst den Intellektuellen der Postmoderne zum Problem
geworden. In besonderer Weise hat sich der Engländer Timothy Radcliffe um die Belebung
des Studiums der Wahrheit im Dominikanerorden bemüht. Als Ordensmeister in der Zeit von
1992 bis 2001 war er der 85. Nachfolger des hl. Dominikus an der Spitze der Gemeinschaft
der Predigerbrüder. Gemeinsam mit seinem Assistenten für das Intellektuelle Leben, dem
an der Universität Freiburg (Schweiz) lehrenden Fundamentaltheologen Guido Vergauwen,
ermutigte und förderte er eine ganze Reihe von Initiativen zur Gründung neuer Studien-
und Forschungszentren in aller Welt: Kiew, Ibadan (Nigeria), São Paulo, Santo Domingo,
Santiago de Chile, Warschau und Berlin um nur einige zu nennen. Wohl nicht ganz von
ungefähr zählen auch heute noch Mitglieder des Ordens zum Kreis der weltweit führenden
Theologen: Edward Schillebeeckx, Gustavo Gutiérrez, Christian Duquoc, Claude Geffré,
Fergus Kerr, Felicísimo Martínez und Albert Nolan. Ziel aller Studien im Dominikanerorden ist nicht, Intellektuelle auszubilden,
sondern Prediger Prediger, die fähig sind, angesichts der vielfältigen
Herausforderungen ihrer Zeit Worte der Wahrheit zu verkünden. Immer also sind die
wissenschaftlichen Anstrengungen auf die Predigt ausgerichtet, nicht jedoch im Sinne der
praktisch-pädagogischen Verzweckung, sondern als theologisch-spirituelle Begründung
einer Verkündigung; mit den Worten des englischen Ordenshistorikers Simon Tugwell
formuliert: Wenn wir den Dingen auf den Grund gehen, mit unseren Sinnen an ihr
wahres Wesen rühren, stellen wir fest, dass Gottes schöpferisches Werk ein
unerforschliches Geheimnis bleibt (...). Wirklich etwas zu wissen, bedeutet, dass wir
kopfüber in ein Staunen gestürzt werden, das weit über bloße Neugier hinausgeht.
(Reflexions on the Beatitudes, London 1979, 100.) Einen Länder und Kontinente übergreifender Schwerpunkt solcher aus dem
Staunen heraus geborener Reflexionen stellen die Studienaktivitäten dar, die sich dem
Dialog der Konfessionen, Religionen und Kulturen verschrieben haben. So widmen sich das Institut San Nicola in Bari (Italien), das
Ökumenische Institut der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg (Schweiz) wie
auch das neue St Thomas Aquinas Higher Institute of Religious Studies in Kiew
(Ukraine) dem interkonfessionellen Dialog mit der Orthodoxie ein für die Zukunft
des gemeinsamen europäischen, Ost und West einschließenden Hauses unerlässliches
Engagement. Forschungen im interreligiösen Bereich sind an vielen Orten der Welt
angesiedelt. In Jerusalem betreiben die Dominikaner die angesehene École Biblique
et Archéologique Française; in politisch schweren Zeiten sind Bibelschule, Konvent
und Stephanskirche nahe des Damaskustores ein Ort der Begegnung und der Hoffnung auf
Versöhnung. In Washington D.C. widmen sich die Mitarbeiter des Pope John Paul II
Cultural Center dem Jüdisch-Christlichen Dialog. In Deutschland engagieren sich
Dominikaner ganz verschiedener Generationen im Rahmen der Gesellschaft für
Christlich-Jüdische Zusammenarbeit für Versöhnung. In Kairo haben sich die
Mitglieder des Institut Dominicain dÉtudes Orientales (IDEO)
grundlegenden Islamstudien verschrieben; der international zusammengesetzte Konvent
unterhält dazu eine angesehene Fachbibliothek. Vor kurzem erst hat die Universität
San Tommaso dAquino der Dominikaner in Rom (PUST) erst institutionelle
Kontakte zur al-Azar-Universität in der ägyptischen Hauptstadt aufgenommen.
Espaces, das in der belgischen Hauptstadt angesiedelte Europa-Institut des
Ordens, organisierte letztes Jahr in Assisi einen äußerst gut angenommenen
dominikanisch-franziskanischen Kongress zum Thema Dialog wie auch die
Journées Romaines, eine Tagung, die alle zwei Jahre die im interreligiösen
Dialog tätigen Dominikanerinnen und Dominikaner zu Gedankenaustausch und gemeinsamen
Studium versammelt. Weitere Aktivitäten in diesem Bereich gibt es in Pakistan, wo sich
das in Multan ansässige Pastoral Institute die Förderung der
interreligiösen Harmonie und des Friedens, speziell zwischen Christen und Muslimen, zur
Aufgabe gesetzt hat. In Vietnam engagieren sich die Dominikaner wesentlich im Dialog mit
dem Buddhismus. Die theologische Fakultät in Valencia (Spanien) hat jüngst eine
Initiative gestartet, welche sich die Errichtung eines Lehrstuhls zur Förderung des
Dialogs zwischen den drei abrahamitischen Religionen (La catredra de las tres
religiones) zum Ziel gesetzt hat. Was den interkulturellen Dialog betrifft, so ist auf die Aktivitäten des
Dominikanischen Studienzentrums für Theologie und Gesellschaft (DSTS) im
niederländischen Nijmegen zu verweisen. Vor allem systematisch-theologische Reflexionen
zur Postmoderne haben hier ihren Platz. In ähnliche Richtung bewegen sich die
verschiedenen Arbeitsprojekte der Mitglieder des Institut M.-Dominique Chenu
in Berlin; im hermeneutischen Ausgang von , M.-D. Chenu (1895-1990) und seiner Rede von
den Zeichen der Zeit (vgl. auch Gaudium et spes 4) suchen die
Mitarbeiter (neben europapolitischen Fragestellungen) die theologische Auseinandersetzung
mit Denkern wie Michel Foucault, Gianni Vattimo (die beide übrigens gute Kontakte zu
Dominikaner/-innen unterhielten bzw. unterhalten) und Jacques Derrida. Das dominikanische Studium hat, so die Konstitutionen des Predigerordens, dem
salus animarum, dem Heil der Menschen dienen. Daher steht es in unaufhebbarer
Verbindung zu den pastoralen und sozialen Engagements der Ordensbrüder wie auch zu den
Grundkonstanten des gemeinschaftlichen Lebens in den Fußspuren des Dominikus.
Dominikanische Theologie nahm ihren Anfang, als Dominikus von seinem Pferd stieg und
ein armer Prediger wurde. Die intellektuelle Armut eines Thomas von Aquin vor dem
Mysterium Gott ist nicht zu trennen von seiner Wahl eines Ordens armer Prediger. Ein
Dominikanertheologe muss ein Bettler sein, der weiß, wie man die frei gewährten
Geschenke des Herrn bekommt. (T. Radcliffe, Gemeinschaft im Dialog, 76.) Nicht
umsonst ist der entsprechende Abschnitt der Generalkapitelsakten von Providence RI (2001)
überschrieben mit Misericordia Veritatis. Dialoge in diesem Sinne finden an Grenzen statt. Gelungen sind sie, wenn sie
Grenzen überschreiten. Grenze ist zugleich Ende des Bei-mir-Seins und Übergang zur
Begegnung mit dem andern. (G. Vergauwen, Ein Orden als Bild der Weltkirche, in:
Diakonia 33 (2002), 184-189, hier 185.) Die Texte der letzten Generalkapitel des Ordens
haben mit der Metapher der Grenze gearbeitet. Die Grenzen, die Dominikaner mit ihren
Dialoganstrengungen zu überwinden suchen, können mit dem letzten Kapitel des
südafrikanischen Vikariats wie folgt konkretisiert werden: die Grenze zwischen
Leben und Tod angesichts der verheerenden Konsequenzen der ökonomischen Globalisierung
für die armen Länder; die Grenze zwischen Menschlichkeit und Unmenschlichkeit angesichts
der neuen Probleme im Bereich der Bioethik; die Grenzen der christlichen Erfahrung
angesichts des praktischen Atheismus der Massen, der materialistischen Indifferenz und der
götzendienerischen Religiosität. Dominikanische Dialogprojekte pastoral-praktischer Art, die im genannten
Sinne Grenzen zu überschreiten suchen, zielen sowohl auf die interkonfessionelle Ökumene
(so z.B. der Kanzeltausch mit den Pastoren der Reformierten Kirche im Rahmen der
Cityseelsorge in Rotterdam, so auch die Kontakte mit Mitgliedern der schwedischen
Staatskirche in Lund) als auch auf die Vermittlung zwischen den verschiedenen Religionen
(so z.B. die von Marianne Goffoël und Emilio Platti in Brüssel im Rahmen von El
Kalima verantworteten christlich-islamische Dialog-Initiativen), Weltanschauungen
(so z.B. das von Mitgliedern des Giordano-Bruno-Huis in Utrecht inszenierte
christlich-marxistische, nach der Wende: West-Ost-Gespräch) und Kulturen (so
z.B. die Bemühungen um eine praktische Inkulturation des christlichen Glaubens in die
Welt der indígenas, wie sie den Dominikanern im Zentrum Ak´ Kutan /
Bartolomé de las Casas in Cobán und in der Gemeindearbeit in Cahabón in den
Bergen Guatemalas ein Anliegen ist). Darüber hinaus gewann in den letzten Jahren im gesamten Orden der
Gedankenaustausch mit den verschiedenen Künsten an Bedeutung. In Rückbezug auf Fra
Angelico, den bekannten Dominikanermaler aus dem Florenz des 15. Jahrhunderts sind Brüder
wie der in Paris ansässige Koreaner Pierre Kim-Een-Jong (seine Werke Ölbilder und
Glasarbeiten wurden auf international beachteten Ausstellungen in allen Kontinenten
gezeigt) und junge Nachwuchskräfte u.a. in Kroatien und Polen selbst künstlerisch
tätig. Dem Bereich des film- und bildkünstlerischen Schaffens widmen sich in
Braunschweig schon über lange Jahre hin die Initiativen Kunst im Kloster und
Kino im Kloster. In Nizza betreibt ein Dominikaner in der Nähe des Klosters
eine von vielen Kunstschaffenden und -interessierten wahrgenommene Galerie, in Madrid
arbeitet ein weiterer als Architekt. Dem theoretischen Diskurs um die
Verhältnisbestimmung von Ästhetik und Theologie waren und sind umfangreiche
Einzelprojekte von Brüdern in Düsseldorf, Bilbao, Straßburg, Brüssel, Florenz,
Charlottesville/Virginia und Mexiko-Stadt gewidmet; hier ist es an der Zeit, die zumeist
noch nebeneinander existierenden Arbeiten in fruchtbarer Weise zu vernetzen. Die inhaltlichen Schwerpunkte in der Arbeit der Ordensprovinzen definieren
sich primär aus den Akzenten, die seitens der Generalkapitel gesetzt werden und den
Entscheidungen der jeweiligen Provinzkapitel. Das letzte der dreijährlich stattfindenden
Generalkapitel fand im Europa zeigt sich ein regional recht breitgefächertes Spektrum. Im frankophonen Westeuropa kristallisieren sich interessante Perspektiven
heraus, die viel zu tun haben mit einem relativ hohen Nachwuchspotential in den letzten
Jahren. Vor allem in die beiden französischen Provinzen (Toulouse, Francia) sind
Kandidaten eingetreten, die häufig bereits eine akademische Ausbildung mitgebracht haben,
die nicht-theologischer Natur ist. Das im Orden begonnene theologische Studium erfährt
durch die fachfremde Qualifikation eine inhaltliche Bereicherung, die sich in der
anschließenden wissenschaftlichen und pastoralen Tätigkeit positiv auswirkt. Zudem
lassen sich die französischen Dominikaner grundsätzlich nicht auf Pfarrseelsorge ein,
was einerseits zu einer ökonomischen Einbuße führt, andererseits aber Ressourcen für
spezifische Aufgaben frei setzt. Der Blick auf den Randbereich von Binnenkirche und
darüber hinaus führt zu entsprechenden Projekten von teilweise überregionaler Bedeutung
wie Medien-, speziell: Fernseharbeit (Jour de Seigneur) und im Verlagswesen
(Les Éditions du Cerf). Eine wichtige Rolle spielt außerdem die theologische
Bildungsarbeit (z.B. Ferme de Froidmont des wallonischen Vikariates in Belgien
und Tomas More in La Tourette). In Kürze wird die bislang im italienischen
Grottaferrata angesiedelte Editio Leonina, welche die kritische Ausgabe des
Werkes des Thomas von Aquin besorgt, nach Paris verlegt. Ein besonderes Kennzeichen der
Toulouser Provinz ist die Pflege der feierlichen Liturgie im Geiste von André Gouzes.
Seit einigen Jahren verantwortet sie überdies neben dem eigenen Studienhaus in
Toulouse die dominikanische Internet-Universität DOMUNI. Das
wallonische Vikariat in Belgien trägt sowohl das Europa-Institut Espaces in
Brüssel als auch den Internationalen Konvent St. Dominique, ebenfalls in der Hauptstadt
der Europäischen Union angesiedelt. Die deutschsprachigen Provinzen (Teutonia, Germania Superior et Austria und
teilweise die Schweiz) sehen sich vor die Aufgabe gestellt, in einer
zunehmend säkularen Gesellschaft neue Wege der Verkündigung zu beschreiten.
Citypastorale Projekte in Düsseldorf, Köln, Braunschweig, Zürich und München, die
Präsenz in sozialen Brennpunkten der Städte (Hamburg, Düsseldorf),
erwachsenenbildnerische Arbeit u.a. in Walberberg (Walberberger Institut),
Braunschweig (Las Casas-Haus, Forum-Extra), Berlin
(Colloquium Dominicanum), Leipzig (Aurelius-Arkenau-Haus),
Augsburg (Freitagsgespräche in Hl. Kreuz), Freiburg i.Br.
(Gesprächskreise für Laien), Düsseldorf (Dominikanisches
Bildungswerk Meister Eckhart) und Köln (Ferien-Forum), Engagements im
Bereich der Schul- (mit einem eigenen Gymnasium in Vechta i.O.) und Hochschulseelsorge (in
den Studierendengemeinden in Berlin, Braunschweig und Vechta) sowie die Arbeit in
den dem Orden von den Bischöfen übertragenen Pfarrgemeinden in Hamburg, Braunschweig,
Leipzig, Köln, Düsseldorf, Mainz, Augsburg, München, Wien und Graz versuchen dem
genannten Desiderat nachzukommen. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang der
Konvent in Leipzig; in einem weitestgehend säkularisierten Umfeld laden die derzeit gut
ein Dutzend Mitglieder der Gemeinschaft von Dominikanern und Dominikanerinnen der
augenblicklich einzig gemischten Kommunität des Ordens im
deutschsprachigen Raum am christlichen Glauben Interessierte in ihr Haus ein. Ihr
Motto: Komm und sieh...! (Joh 1, 46) Viele Mitbrüder sind in die Pfarr- und
Sonderseelsorge (Krankenhaus, Gefängnis) eingebunden, was sich auf das Gesamtprofil der
Provinzen auswirkt. Einige Mitbrüder arbeiten im akademischen Milieu oder bereiten sich
auf die entsprechende Tätigkeit vor. Einzige deutschsprachige theologische Zeitschrift der Dominikaner ist
Wort und Antwort. An Publikationsreihen werden herausgegeben die
Dominikanische Quellen und Zeugnisse und die Quellen und Forschungen zur
Geschichte des Dominikanerordens, die vorrangig systematische oder historische
Studien zur Tradition und Spiritualität des Ordens beinhalten; der wissenschaftlichen
Erhebung dieser Tradition hat sich das in Mainz ansässige Institut zur Erforschung
der Geschichte des Dominikanerordens im deutschsprachigen Raum verschrieben. In
Vorbereitung ist eine neue Folge der bislang unter dem Label Walberberger
Studien geführte wissenschaftliche Reihe, nun mit einem
philosophisch-fundamentaltheologischen Schwerpunkt versehen. Veranstaltungen zu
pastoraltheologischen Themen bietet das Pastoral-Homiletische Institut an
(z.T. in Kooperation mit dem Dominikanerinnenkloster Augsburg, dem Lehrstuhl für
Moraltheologie an der Universität Regensburg und dem Bereich Pastoral der Deutschen
Bischofkonferenz). Nicht unerwähnt bleiben darf die große Bibliothek St. Albert in
Walberberg. Mit ihrem mediävistischen, speziell die Dominicana betreffenden
Sammelschwerpunkt stellt sie eine im deutschen Sprachraum einzigartige Fachbibliothek dar. In den Niederlanden und im flämischen Teil Belgiens gibt es seit Jahrzehnten
praktisch keine Neuaufnahmen mehr und die beiden Provinzen sind überaltert. Sie spiegeln
zweifellos die aktuelle kirchliche Situation ihrer Länder wieder. Inzwischen sind die
beiden Provinzen dazu übergegangen, über mögliche Kooperationen bis hin zu
Vereinigungen mit der Provinz Teutonia nachzudenken. Auf der Iberischen Halbinsel sind die Provinzen mit der Situation
konfrontiert, mit sehr wenig Nachwuchs eine große Zahl von bestehenden Institutionen
verwalten zu müssen. Die spanische, andalusische und aragonesische Provinz unterhalten
eine Reihe von Schulen (colegios) und Studienzentren (Theol. Fakultät San Esteban in
Salamanca, Sektion der Dominikaner an der Theologischen Fakultät San Vicente Ferrer in
Valencia). Dazu kommen noch einige kleine Einrichtungen. Ebenso wie die portugiesische
Provinz müssen die Entitäten mit einem mit zunehmend höheren Altersdurchschnitt
Institutionen stützen, die ursprünglich für eine sehr viel größere Zahl von
Mitbrüdern ausgerichtet waren. Das erklärt die teilweise riesigen Konventsbauten für
eine verhältnismäßig kleine Zahl von dort lebenden Brüder. Die Provinzen unterhalten
eine Reihe von philosophisch-theologischen Zeitschriften. Die italienischen Ordensprovinzen leiden ebenfalls unter Nachwuchsmangel und
deren Folgen. Einige Provinzen haben sich vereinigt, so dass heute nur noch drei Provinzen
existieren (Norditalien, Rom, Sizilien), die mit der Provinz Malta kooperieren. Die
italienischen Dominikaner engagieren sich unter anderem in der Türkei (Istanbul) und
neuerdings auch in Albanien. Ein großes Studienhaus wird in Bologna unterhalten, Ort der
philosophischen Studien ist der Konvent in Neapel. Auf italienischem Territorium befindet
sich die in Rom ansässige Universität der Dominikaner, Sankt Thomas von Aquin (bekannter
unter dem Namen Angelicum), die aber eine Angelegenheit des Gesamtordens ist.
Es ist heute nicht leicht, für eine solche Institution geeignete Lehrkräfte zu finden,
die gleichzeitig von den eigenen Provinzen freigestellt werden können. Die Dominikaner in Nordeuropa arbeiten in der englischen und irischen
Provinz. In Oxford wird viel investiert für das dort ansässige Studium der Blackfriars,
das als Private Hall der Universität angegliedert ist, und der Zeitschrift New
Blackfriars. Im Gegensatz zu den Dominikanern im katholischen Irland sind die
englischen Dominikaner mit der Außenseiterrolle der Katholiken innerhalb des Landes
konfrontiert. In Skandinavien befindet ein, was die Mitglieder angeht, zahlenmäßig
kleines Vikariat der französischen Provinz. Dort existieren Häuser mit Mitbrüdern aus
Frankreich und Skandinavien. Osteuropa ist geprägt von den Folgen des Mauerfalls, der relativ schnell
völlig neue Möglichkeiten eröffnete. Nicht alle Provinzen haben die Unterdrückung
seitens der kommunistischen Machthaber gut überstanden. Nicht nur, dass Verfolgung und
Unterdrückung jegliche Aktivität blockierte oder verhinderte, führte die Isolation auch
dazu, dass wichtige theologische Entwicklungen (z.B. Vaticanum II) erst in den 90er Jahren
reflektiert werden konnten. In der tschechischen Provinz und dem ungarischen Vikariat gibt
es praktisch keinen Nachwuchs mehr. Ganz anders in der slowakischen und noch viel mehr in
der polnischen Provinz, die traditionell außergewöhnlich hohe Eintrittszahlen
vorzuweisen hat. So ist es kein Wunder, dass die polnischen Predigerbrüder nicht nur
innerhalb ihres eigenen Landes sehr engagiert sind, sondern auch wesentlich zu den
Neuanfängen in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion (Russland, Ukraine, Baltikum)
beitragen konnten; nur sie waren und sind bis heute personell dazu in der Lage. In Polen
stellen die Dominikanerkonvente speziell in Krakau und Warschau wichtige Anlaufstellen
für große Zahlen von Jugendlichen dar. In Südosteuropa haben die Dominikaner mit den Folgen des Zerfalls
Jugoslawiens und den damit einhergegangenen kriegerischen Auseinandersetzungen zu tun.
Eigentlich wird diese Region nur durch die kroatische Provinz abgedeckt, die ein kleines
Vikariat in Slowenien unterhält und den Versuch unternimmt, in Bosnien-Herzegowina
präsent zu sein. Seit einigen Jahren gibt es wieder junge Leute, die dem Orden beitreten.
Daraus ergeben sich auch neue Initiativen auf pastoralem und intellektuellem Niveau. So
wird nunmehr schon im fünften Jahr in Dubrovnik eine internationale Studienwoche für
Studenten des Ordens aus ganz Europa durchgeführt (Thema 2002:
Menschenrechte). Derzeit sind die Predigerbrüder in 101 Ländern der Erde präsent (Stand
2001). In manchen Nationen sind es mehrere hundert Ordensmänner so über 800
Brüder in den USA , in anderen Gegenden der Welt nur wenige: zwei zum Beispiel in
Finnland. Insgesamt gehören dem Predigerorden 6.325 Brüder an (Stand Ende 2000; alle
weiteren Zahlen ebenso). Von diesen befinden sich 1.154 in Ausbildung (Noviziat und
Studentat). Zumindest erwähnt werden sollen an dieser Stelle die weiteren Zweige des
Ordens: das sind die ca. 4.000 klausurierten Dominikanerinnen (Moniales), die über 30.000
Schwestern in mehr als 150 Kongregationen und Gemeinschaften sowie die gut 70.000 Männer
und Frauen, die sich in den Dominikanischen Gemeinschaften der Laien
organisiert haben. Im Laufe der neunjährigen, bis 2001 gehenden Amtszeit des letzten Magisters
Timothy Radcliffe gründeten die Dominikaner neue Niederlassungen in Albanien, Madagaskar,
Sri Lanka, Singapur, Maçao, Iran und Estland. Wie bei vielen anderen Gemeinschaften auch gibt es gute Nachwuchszahlen von
den Brüdern in Afrika (151), aus Lateinamerika (243) und Asien (223) zu vermelden. Im
Vergleich zu anderen Orden und Kongregationen sind die Zahlen der Eintritte auch in der
westlichen Welt relativ gut, vor allem in den USA, in Kanada, Frankreich, England und
Deutschland. Insgesamt befindet sich mehr als ein Sechstel der Mitglieder des Ordens in
Ausbildung. Zugleich zeigen die aktuellen Statistiken schon heute sehr deutlich die
zukünftigen Veränderungen auf. Diese sind vor allem demographisch begründet: Vielen
älteren Brüdern, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa in den Orden eintraten, stehen
dort wenige in mittlerem Alter und viele junge Dominikaner gegenüber. In Afrika wiederum
befinden sich 45 Prozent aller Brüder in Ausbildung. All diese Entwicklungen werden das
Gesicht des Dominikanerordens verändern. Die Gemeinschaft wird in Zukunft internationaler
und weniger eurozentrisch sein (vgl. Kasten). In diesem Sinne wohl nicht von ungefähr
trat mit dem auf dem letztjährigen Generalkapitel des Ordens in Providence RI (USA)
gewählten 45jährigen Argentinier Carlos Azpiroz Costa erstmals seit Gründung der
Predigerbrüder ein Nichteuropäer das Amt des Ordensmeisters an.
Dr. theol. Thomas Eggensperger OP, M.A., geb. 1963 in Wien, Direktor des
Europainstituts Espaces der Dominikaner in Brüssel und des Institut
M.-Dominique Chenu in Berlin; Dr. theol. Ulrich Engel OP, geb. 1961 in Düsseldorf, Geschäftsführender
Direktor des Institut M.-Dominique Chenu in Berlin, Studienregens der
norddeutschen Dominikanerprovinz Teutonia (Home) (Geschichte der Dominikaner) (Spiritualität)
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Dominikanische Theologie nahm ihren Anfang, als Dominikus von seinem Pferd stieg und ein armer Prediger wurde.
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Das dominikanische Studium steht es in unaufhebbarer Verbindung zu den pastoralen und sozialen Engagements der Ordensbrüder wie auch zu den Grundkonstanten des gemeinschaftlichen Lebens in den Fußspuren des Dominikus. |
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Die intellektuelle Armut eines Thomas von Aquin vor dem Mysterium Gott ist nicht zu trennen von seiner Wahl eines Ordens armer Prediger. Ein Dominikanertheologe muss ein Bettler sein, der weiß, wie man die frei gewährten Geschenke des Herrn bekommt. |
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Derzeit sind die Predigerbrüder in 101 Ländern der Erde präsent (Stand 2001). |
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neue
Niederlassungen in Albanien, Madagaskar, Sri Lanka, Singapur, Maçao, Iran und Estland. |
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Insgesamt gehören dem Predigerorden 6.325 Brüder an (Stand Ende 2000; alle weiteren Zahlen ebenso). Von diesen befinden sich 1.154 in Ausbildung (Noviziat und Studentat)
.... die weiteren Zweige des Ordens: das
sind die ca. 4.000 klausurierten Dominikanerinnen (Moniales), die über 30.000 Schwestern
in mehr als 150 Kongregationen und Gemeinschaften sowie die gut 70.000 Männer und Frauen,
die sich in den Dominikanischen Gemeinschaften der Laien organisiert haben.
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